Was genau sind Rentenprognosen und worauf muss ich mich einstellen?

Ab dem 27. Lebensjahr und mindestens fünf Beitragsjahren bekommst du von der
Deutschen Rentenversicherung jährlich eine Information über deinen bereits erworbenen
Rentenanspruch.
Entscheidend dabei sind die drei Zahlen in dem schwarzen Kasten, der nicht nur optisch
einer Traueranzeige ähnelt. Diese Zahlen zeigen dir, mit wieviel Rente du nach einem
langen, harten Arbeitsleben auskommen musst. Wenn du nicht zusätzlich privat für den
Ruhestand sparst, wird dir spätestens beim Anblick dieser Rentenprognose klar: aus deinen
aufgeschobenen Wünschen und Träumen wird wohl nichts werden, weil das Geld nicht
reicht. Aber was genau bedeuten diese drei Zahlen auf der Renteninformation? Die Antwort
findest du hier.

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Ein Versicherungsmakler verkauft Versicherungen

Ein Versicherungsmakler ist – im Gegensatz zum angestellten Versicherungsvertreter – nicht an eine Versicherungsgesellschaft gebunden. Somit hat er Zugriff auf alle am Markt verfügbaren Versicherungen und kann für dich das Produkt heraussuchen, das am besten zu deinen Bedürfnissen und deinem Geldbeutel passt. Danach bereitet er den Vertrag zwischen dir und der Versicherung vor, den du dann unterschreibst. Für die verkaufte Versicherung erhält der Makler eine Provision, die der Versicherer bezahlt. Es gibt auch Makler, die auf Honorarbasis arbeiten. Dieses Honorar bezahlt der, der ihn beauftragt hat, also der Versicherungsnehmer. Provision von den Versicherungen fließt dennoch im Hintergrund.

So entsteht die Rentenprognose

Für die Berechnung deiner voraussichtlichen Rente gibt es eine Formel, die aus folgenden Faktoren besteht:


Entgeltpunkte (EP): wer genau das jährlich neu berechnete Durchschnittseinkommen
verdient (2021 = 38 901 € – Westdeutschland) erhält einen Rentenpunkt gutgeschrieben. Verdient man weniger, verringert sich der Anteil, verdient man mehr, erhöht sich die Anzahl der Rentenpunkte.

Zugangsfaktor (ZF): wer nach der Regelarbeitszeit in Rente geht, hat einen Zugangsfaktor von 1. Geht man früher in Rente, sinkt dieser Wert und die Rente verringert sich um monatlich 0,3%. Arbeitest du länger als nötig und zahlst weiter in die Rentenkasse ein, erhöht sich der Rentenanspruch monatlich um 0,5%.


Rentenartfaktor (RaF): Dieser Wert gibt den Rentengrund an, z.B. Witwenrente,
Erwerbsminderungsrente, Waisenrente oder Altersregelrente. Die Altersregelrente hat den Faktor 1.


Aktueller Rentenwert (aRW): dieser Wert gibt die aktuelle Höhe eines Entgeltpunktes an, der jedes Jahr neu berechnet wird. Aktuell beträgt dieser Wert in Westdeutschland 35,60 €.


Rechenbeispiel:
Ein Mann, Jahrgang 1961, mit dem festgelegten Durchschnittseinkommen über die letzten fünf Jahre, geht nach der Regelarbeitszeit von 45 Jahren im Alter von 66,7 Jahren in Rente.


So sieht seine aktuelle Rentenprognose aus:

EP x ZF x RaF x aRW = prognostizierte Rente
45 x 1 x 1 x 35,6 = 1 602 €

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Der erste Wert auf der Renteninformation ist die Erwerbsminderungsrente. Das ist der
Betrag, den dir die Rentenversicherung bezahlen würde, wenn du ab jetzt aufgrund von Krankheit oder Unfall voll arbeitsunfähig wärst. Da dieser Betrag sehr niedrig ist, solltest du dich von einem Finanzexperten deines Vertrauens beraten lassen, ob eine
Berufsunfähigkeitsversicherung für dich Sinn macht.


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Höhe der aktuellen Regelaltersrente

Würdest du heute aufhören, in die gesetzliche Rentenversicherung einzubezahlen, z. B. weil du dich selbstständig machst oder du im Ausland dein Geld verdienst, würdest du zu Beginn des offiziellen Renteneintritts diese ausgewiesene Rente bekommen. Das ist der Wert, der dir aufgrund deiner bisher eingezahlten Rentenbeiträge zusteht.

Was beeinflusst die Höhe meiner Rente noch?

Sofern der Staat es sich leisten kann, gibt es alle paar Jahre eine Rentenanpassung nachoben. Nicht selten werden allerdings Nullrunden gefahren. Das bedeutet, dass die Rentenahezu auf demselben Niveau bleibt, während die Lebenshaltungskosten stetig steigen,womit wir bei der zweiten Hürde wären.


Der ausgewiesene Rentenwert ist nicht inflationsbereinigt. Deine Rente verliert bis zum Renteneintritt Jahr für Jahr an Kaufkraft, weil die Inflation höher ist, als die
Rentenanpassung. Im Internet findest du verschiedene Berechnungstools, um deine zu erwartende Rente einer Inflationsbereinigung zu unterziehen. Ein wichtiger Augenöffner!


Und da wir seit dem Kinoklassiker Rendezvous mit Joe Black wissen, dass nichts so sicher ist wie der Tod und die Steuer, kommen wir zum dritten Faktor, der unsere Renten erheblich schmälern wird: der ausgewiesene Rentenbetrag ist nicht steuerfrei. Auch die Rente unterliegt dem progressiven Steuersatz zwischen 14 % und 45 %. Das heißt, je höher die Rente, desto mehr holt sich der Staat zurück.

Was tun gegen düstere Rentenprognosen?

Um der vielzitierten Altersarmut zu entrinnen haben wir vier Möglichkeiten:
1) Wir sterben gleich nach Eintritt in die Rente – das ist die schlechteste Option.
2) Wir arbeiten einfach weiter – wenn es Spaß macht, eine echte Alternative.
3) Wir reduzieren am besten schon vor Renteneintritt unsere Lebenshaltungskosten und unsere Ansprüche – das wäre sehr klug und spätestens mit Renteneintritt ein Muss.
4) Wir bauen uns während unserer aktiven Arbeitsphase eine private Altersvorsorge auf, um wenigstens die Rentenlücke zu schließen. – Das ist die beste und einfachste
Lösung!

Good News

Mit der Vinlivt App kannst du innerhalb von einer Minute herausfinden, wie hoch deine Rente sein wird. So erkennst du unkompliziert, wie hoch deine Rentenlücke ist.

Fazit

Die aktuelle Rentenprognose ist alles andere als spaßig. Und wenn man den Diskussionen der Politiker folgt, ahnt man, dass die Aussichten eher schlechter werden. Die Zahl alter Menschen in Deutschland steigt, die jungen Rentenbeitragszahler werden immer weniger oder starten immer später ins Berufsleben. Sie sind es aber, die nach dem deutschen Umlageverfahren die Renten der Senioren finanzieren müssen. Es gibt nur einen Weg aus diesem Dilemma: eine private Altersvorsorge, so früh wie möglich!


Hi, ich bin
Gabriele
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Gabi kommt vom schönen Kaiserstuhl und lebt seit 2007 in der Nähe von München. Ihre Erfahrungen ermöglichen es ihr heute, Menschen zu ermutigen, den Weg in die finanzielle Gelassenheit einzuschlagen, denn es ist leichter als gedacht. Mit dem Erfolg kommt dann auch der Spaß an der Sache.

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