Was passiert mit mir, wenn ich nicht fürs Alter vorsorge?

In jungen Jahren an die Rente zu denken, fällt vielen schwer. Berufsausbildung, Karriereplanung, die erste eigene Wohnung und die Freizeitgestaltung stehen weit im Vordergrund. Höchstens ein paar lästige Versicherungen, aber dann reicht es auch erst mal mit Vorsorge, immerhin zahlt man in die staatliche Rentenversicherung ein, also hat man auch Anspruch auf eine staatliche Rente. Doch dies ist eine trügerische Denkweise, die direkt in die Altersarmut führt. Warum, liest du hier.

Wer zahlt wessen Rente?

Wir gehen davon aus, dass wir das, was wir in die Rentenkasse einbezahlen, mindestens wieder herausbekommen. So läuft das aber nicht beim deutschen Umlageverfahren.

Deine heutigen Einzahlungen werden direkt an die derzeitigen Ruheständler ausbezahlt. Gehst du irgendwann in Rente, bezahlt die dann arbeitende Generation dein monatliches Einkommen. Das Fatale daran ist, dass immer weniger Menschen immer später in die Rentenkasse einbezahlen. Das liegt zum einen am Geburtenrückgang, zum anderen an der wachsenden Zahl an Studierenden, die erst spät die Rentenkasse aufstocken. Gleichzeitig steigt aber die Anzahl der Rentenempfänger, weil nun langsam die Babyboomer Jahrgänge in die Rente eintreten. Zusätzlich steigt die Lebenserwartung. Das alles erfordert immer mehr Beitragszahler, um die jetzt und in Zukunft fälligen Rentenzahlungen zu decken.

Das Rentenniveau schrumpft immer weiter

1990 erhielt jeder Rentner im Durchschnitt eine Rentenzahlung von ca. 55% (vor Steuern) seines letzten Einkommens. Seither sinkt dieses Niveau laufend, weil zum einen die Rentenzahlungen nicht der Inflation angepasst wurden und nicht mit den Löhnen und Gehältern mitgestiegen sind, zum anderen, weil eine Rentenreform aus dem Jahr 2001 dazu führt, dass das Rentenniveau in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf ca. 43% sinken wird.

Stelle dir einmal kurz vor, wie dein Leben heute aussehen würde, wenn du ab sofort dauerhaft mit 43% deines jetzigen Einkommens leben müsstest.

Aber ob du es glaubst oder nicht, es kommt noch schlimmer.

Die Renteninformation trügt

Wenn du auf deine jährliche Renteninformation blickst, mögen dir die Zahlen vielleicht noch erträglich erscheinen. Was viele aber vergessen ist, dass dies die Bruttorente ist.

Die Deutsche Rentenversicherung behält hiervon zwischen 10-11 % ein für Kranken- und Pflegeversicherung. Außerdem sind Stand 2022 82 % der Rentenzahlung zu versteuern. Wer ab 2025 in Rente geht, versteuert bereits 85 %. Ab dann steigt der zu versteuernde Anteil jährlich um einen weiteren Prozentpunkt, bis die Rente im Jahre 2040 zu 100 % steuerpflichtig sein wird.

Was die Renteninformation auch nicht weiß ist, wann du wirklich in Rente gehst. Schaffst du die 45 Beitragsjahre, auf denen die jährliche Rentenberechnung basiert oder willst du früher in den Ruhestand? Vielleicht kannst du aus gesundheitlichen Gründen gar nicht so lange arbeiten.

Je nachdem wie viele Monate du vor dem offiziellen Renteneintrittsalter in Rente gehen willst oder musst, reduziert sich deine Rente um weitere 0,3 % pro Monat.

Die Inflation gibt unserer Rente den Rest

Nach Steuern und Sozialversicherungsabgaben kommt der nächste Schlag: die Inflation. Seit 1960 wird die Entwicklung der Inflation vom Deutschen Bundesamt für Statistik berechnet und aufgezeichnet. Demzufolge stieg die Inflation in den letzten 25 Jahren jährlich im Durchschnitt um ca. 2,6 %. Das heißt, unser Geld verliert jedes Jahr ca. 2,6 % an Kaufkraft, wir können uns also immer weniger leisten. Wenn man sich den aktuellen Inflationsstand anschaut, kommen allerdings Zweifel auf, ob es bei diesem relativ niedrigen Wert bleibt. Auch was sonst noch alles in der Zukunft passiert, weiß einzig die Glaskugel. Sicher ist deine Rente also auf keinen Fall.

Das Einzige, was sicher ist, ist die Altersarmut

Jetzt hast du eine ungefähre Vorstellung davon, was passiert, wenn du nicht selber für deine Rente vorsorgst: die Altersarmut ist dir, wie jedem Fünften in Deutschland, sicher. Deinen Traum vom entspannten Rentnerdasein, von Reisen, kulturellen Veranstaltungen oder Unternehmungen mit den Enkeln, kannst du dann begraben. Du wirst wahrscheinlich weiterarbeiten müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Alternativ bleibt dir der Gang zum Sozialamt. Liegt deine monatliche Rente unter 924 €, kannst du prüfen lassen, ob du einen Anspruch auf Grundsicherung hast, um das Schlimmste abzuwenden.

Fazit

Wer nicht privat für seine Rente vorsorgt handelt fahrlässig und völlig unverantwortlich. Es braucht keine riesigen Summen, um sich eine private Rentenvorsorge aufzubauen. Je früher du damit anfängst, desto niedriger sind die Beiträge, die du monatlich dafür aufwenden musst. Auch wenn du die 30, 40 oder 50 schon überschritten hast, ist es immer noch besser spät anzufangen, als gar nicht. Suche dir dringend einen Finanzberater deines Vertrauens und lasse dich über die Möglichkeiten beraten, die dir bleiben, um doch noch ohne Furcht in Rente gehen zu können. Der beste Zeitpunkt um damit zu beginnen, wäre mit 20 Jahren gewesen, der zweitbeste ist JETZT!

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Uwe
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Uwe Lätsch hat Wirtschaftswissenschaften mit dem Fokus auf Finanzmanagement studiert. Vor seiner Zeit als Co-Founder von Vinlivt, hat Uwe bei renommierten FinTechs und InsurTechs digitale Lösungen entwickelt.

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